Der erste Twittwoch-Besuch

So oder so ähnlich könnte sich jemand fühlen, der zum ersten Mal einen Twittwoch besucht:


Ich habe zum Glück einen Parkplatz in der Nähe gefunden und stehe direkt vor der Kaiser-Friedrich- Halle in Mönchengladbach. Das Gebäude sieht schon imposant aus. Zögerlich gehe ich durch den Eingang und werde von einer netten Dame begrüßt, die mir mein Namensschild zum Anstecken überreicht. Ich gehe die Treppen hoch, trete in den noch relativ leeren Saal ein und nehme Platz neben einigen anderen Frühankommern.

So geht es vielen Personen, die zum ersten Mal einen Twittwoch besuchen. Sie haben sich vorher zwar angemeldet und kennen das Thema, das der Twittwoch diesmal behandelt: „Blättern, Bloggen, Twittern — Medien im Wandel“. Aber was genau passieren wird, ist vielen noch nicht ganz klar.

“Das Ziel des Twittwoch ist es, Unternehmen, deren Mitarbeiter und Selbständige an die digitale Transformation heranzuführen, voneinander zu lernen und sich untereinander auf Augenhöhe auszutauschen”,

steht es in der upgedateten Version des ersten Paragraphen der Twittwoch-Charta. Es finden sich aber auch interessierte Privatpersonen ein, die sich über das Thema digitale Transformation sowie neue Trends in der Medienwelt auf dem Laufenden halten möchten.

Der Twittwoch geht endlich los

Mittlerweile sind alle Stühle, bis auf den letzten Platz besetzt und alle schauen erwartungsvoll nach vorne. Es ist wohl eine ungewöhnlich große Runde für einen Twittwoch. Ich habe mich schnell noch mit Kaffee eingedeckt, als wir auch schon von Tanja Neumann – IT-Referentin der IHK-Krefeld – und Alice Welter-Dahmen begrüßt werden. Doch bevor die Vorträge starten, steht uns noch die Vorstellungsrunde bevor.

Die typische Vorstellungsrunde auf einem Twittwoch ist nicht jedem Neuankömmling bekannt. Um in kurzer Zeit viele Personen zu präsentieren, muss sich jeder mit 3 Hashtags vorstellen. Dies hilft meist auch, um eine Grundstimmung samt dem groben Kenntnissstand der Anwesenden einzufangen. Jedoch fällt das nicht jedem leicht.

„Ich kenne mich damit nicht aus und habe keine Hashtags“, hört man von einem der Neuen. Auch andere haben das Konzept noch nicht ganz verinnerlicht und stellen sich traditionell mit ausführlichen Beschreibungen vor. „#Neugierig, #Socialmedia und #Kaffee“, hört man von erfahreneren Twittwoch-Teilnehmern. Gerhard Schröder, Geschäftsführer von Kreative Kommunikations Konzepte GmbH ist schon lange dabei und kennt sich mit den Regeln der Vorstellungsrunde gut aus. Als einer der Refenten des Abends, stellt er sich mit den 3 Hashtags, die ihn ausmachen, vor:

Die Vorstellungsrunde ist bereits eine der besten Möglichkeiten, sich selber zu positionieren und zu präsentieren. Denn dies ist der erste Zeitpunkt, an dem die anderen Teilnehmern Sie in der „realen“ Welt wahrnehmen.

Wer kann an einem Twittwoch teilnehmen?

An einem Twittwoch kann im Grunde genommen jeder mitwirken. Man muss nicht zwingend Mitglied von der Twittwoch e.V. sein. Das Teilen von Wissen und Erfahrung steht dabei im Fokus. Meist muss man sich vorher online anmelden, da die Plätze begrenzt sein können. Die Referenten sind in ehrenamtlich tätig und versuchen Ihre Expertise zu aktuellen Themen in Ihren Vorträgen den Zuhörern nahe zu bringen. Meist können Sie Ihre Präsentationen mit praktischen Beispielen aus erster Hand belegen und machen das Thema leichter zugänglich.
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Sabine Haas, Geschäftsführerin von der Result GmbH stellt „Spannende Trends der Mediennutzung“ vor.











Was macht einen Twittwoch aus?

Die Twittwoch Community ist regional aufgebaut. Ein komplettes Verzeichnis, in welchen Städten und Regionen es einen Twittwoch gibt, findet sich hier: Übersicht nach Orten. Der Vorteil darin liegt, dass man leicht mit Unternehmen und Personen aus der Umgebung in Kontakt kommen kann. Manche haben ähnliche Hintergründe und Anliegen, so kann man eventuell von gefundenen Lösungen profitieren oder anderen Hilfe anbieten.

Eine andere Besonderheit  bei einem Twittwoch ist der spezielle Hashtag, unter dem die ganze Kommunikation im Web gebündelt werden soll. In dem Falle lautet es #twnrh. Es ist dabei Usus, dass während der Vorträge kräftig gewittert wird und aktiv die Diskussion gesucht wird. Alle Tweets mit dem Hashtag werden auch in Echtzeit auf einer aufgebauten Twittwall eingeblendet. 

Vorteile als passiver Mitleser:
  • Man kann so die wichtigsten Punkte des Vortrags mitverfolgen und diese auch später nachlesen.
  • Man kann auch von außerhalb mitdiskutieren.
Vorteile als aktiver Twitterer:
  • Man kann direkt mitreden.
  • Man kann seine eigenen Ansichten miteinfließen lassen und seine Expertise darlegen.
  • Man kann dadurch sein eigenes Online-Profil stärken, da man für die eigenen Follower exklusive und interessante Inhalte anbietet.
Aus dem veröffenlichten Content kann man anschließend auch mit speziellen Tools eine kurze Zusammenfassung der Inhalte generieren z.B. mit Storify.

Was sind die Vorteile eines Twittwochs?

Die Vorteile liegen klar in der Vernetzung und dem Wissensaustausch. Als Neuling kann man schnell einen Einstieg in eine Gruppe von bereits vernetzten Leuten finden. Wenn man weiterhin aktiv in der Community mitwirkt, können so wertvolle Kontakte entstehen. Eventuell kann man später selber als Gastredner oder Referent auftreten und die eigenen Inhalte und Expertise einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Gute Möglichkeiten zum Netzwerken finden sich meist am Buffet, in den Pausen und in einem entspannteren Setting nach den Vorträgen.

Tipp: Am besten bereits vor der Veranstaltung unter dem angekündigten Hashtag twittern und im Vorfeld in Kontakt mit anderen Teilnehmern treten. Nicht vergessen: Das Wichtigste ist es, seine Onlinekontakte auch zu Offlinekontakten zu machen.

Der Twittwoch ist nun vorbei und ich hatte die Chance viele wertvolle Bekanntschaften machen. Nach den Vorträgen fand ich die Möglicheit mit einem der Referenten über 360-Grad-Videos im Detail zu sprechen, die er in seinem Vortrag vorgestellt hat und die in der Zukunft eine größere Rolle in der Medienwelt spielen werden. Auch mit meinem Tischnachbarn führte ich eine anregende Diskussion über den Stellenwert der digitalen Medien. Am Ende führte dies sogar zu einem Auftragsangebot. Den nächsten Twittwoch-Termin habe ich mir schon in den Kalender eingetragen.


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